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TM THEATERVERLAG MÜNCHEN
Programmvorschläge
WIR HABEN NEUE STÜCKE FÜR SIE!


Evelyne de la Chenelière DARWINS ERBE (L’Héritage de Darwin)

Jugendstück (für junge Zuschauer von 10 bis 14 Jahren)
Deutsch von Gerda Poschmann-Reichenau
2 Herren / Einheitsdekoration
UA: Mai 2005, Théâtre Le Clou, Montreal
DEA 7. Mai 2010, Berlin, Theater in der Parkaue in Koproduktion mit dem Nationaltheater Luxemburg

Sommer in der Großstadt. Für Jacques, der die Stadt noch nie verlassen hat, bedeutet das Langeweile, Hitze und Ödnis. Ohne Fahrrad kommt man nirgends hin, Freizeitvergnügen im Kino, Vergnügungspark oder Schwimmbad kann er sich nicht leisten. Sein Freund Julien, der aus wohlhabendem Elternhaus kommt, hat sich mit Lügen ein paar aufregende Wochen allein daheim ergaunert. Bei dem Versuch, schnell an viel Geld zu kommen, geraten beide in ernsthafte Schwierigkeiten. Ein paar flirrend heiße Stunden lang warten sie gemeinsam darauf, diese dumme Geschichte endlich zu Ende bringen zu können. Sie haben jämmerliche Angst, machen sich selbst und gegenseitig mal Vorwürfe, mal Mut, und schlagen die Zeit tot mit Jungengesprächen über Ferienjobs und Fahrräder, Mädchen und Familie. Julien denkt unterdessen unaufhörlich über Darwins Theorie von der natürlichen Auslese nach: Ist er angepasst genug, um zu überleben? Und ist es nicht ungerecht, dass bei der Gattung Mensch das Geld bestimmt, wer sich durchsetzt?

Evelyne de la Chenelière trifft in ihrem ersten, mehrfach ausgezeichnetem Jugendstück, Ton und Stimmung der Heranwachsenden.



Bernard da Costa DAS GLÜCK DER TOMATE (Le Bonheur de la Tomate)

Stück
Deutsch von Gerda Poschmann-Reichenau
1 Dame, 1 Herr / Einheitsdekoration
DEA 06. März 2010, Mecklenburgisches Landestheater Parchim

Das Zweipersonenstück zeigt die Entwicklung einer ganz besonderen Freundschaft in Etappen, die an den Stationen der Tomatenzucht festgemacht werden: Von der Aussaat übers
Pflanzen, Pikieren und Ausgeizen zur Blüte und schließlich zur Ernte. Dazwischen müssen
Unwetter überstanden und Unkraut gejätet werden... Die Metapher aus der Natur, die Da Costa gewählt hat, lehrt Zutrauen zur eigenen Kraft, Bescheidenheit und Geduld. Die Tomatensymbolik erhellt und unterstreicht unaufdringlich mit ebenso originellen
wie erstaunlichen Parallelen die zentrale Botschaft des Stücks.

Ein außergewöhnliches Kammerspiel zwischen realistischem Sozialdrama und modernem Märchen mit wunderschönen Rollen.



Michael Engler JULIA UND DAS ZAUBERWORT

1 Dame, 6 Herren

UA frei
Im Zauberwald des schrecklichen Zauberers Rabenschnabel erwischt es den liebenswerten Elben Morgenelb: Er wird in einen Baumstamm verwandelt. Rettung tut dringend Not, da der böse Dämon des Zauberers nichts lieber täte, als den Baumstamm anzuzünden. Doch es dauert 300 Jahre, bis schließlich Julia und ihr Bruder den Weg in den Zauberwald finden und Morgenelb von dort fortschaffen. Nun haben sie zwar den verzauberten Elben, aber auch zwei Probleme: Erstens wissen die Kinder nicht, wie man einen Zauber rückgängig macht und zweitens haben sich Rabenschnabel und sein Dämon bereits auf die Suche nach dem gestohlenen Elben gemacht. Schon bald prallt die zauberhafte Welt der Elben und Dämonen in die Jetztzeit mit Laserschwert, Aktivlautsprecher und Staubsauger … Figuren mit kindlich liebenswerten Widersprüchen, die Geschichte spannend und komisch zugleich: Ein in jedem Sinne phantastisches Stück für Kinder im Grundschulalter.



Agnes Gerstenberg MAU MAU

Jugendstück (ab 14 Jahren)
2 Damen, 3 Herren (Doppelbesetzung) / Einheitsdekoration
UA frei

Ein Scheiß-Schicksal, in das sie da hineingeboren sind, die beiden Brüder: Der Vater hat seine eigene Mutter geheiratet, nachdem er ihren Mann – seinen Vater – ermordet hatte. Ihnen bleibt nichts übrig, als sich zu bekriegen im Kampf um die Vorherrschaft über das Reich, dem nur einer vorstehen kann. Oder? Gerade beginnen die zwei Halbwüchsigen, sich beim Mau-Mau-Spiel einander anzunähern und Auswege aus dem verfluchten Schicksal zu ersinnen, als Schwesterchen Antigone auftritt. Sie will schließlich eine Heldin werden…. Zwischen dominantem Vater, Orakelspruch und der schweren Last der Weltliteratur kämpfen Eteokles und Polyneikes einen aussichtslosen Kampf gegen die erdrückende Macht des Schicksals.

Eine überraschende, erfrischende neue Sicht auf den Atriden-Mythos.



Agnes Gerstenberg EIN SCHUSS FÜR JEDEN

Jugendstück (ab 14 Jahren)
3 Damen, 4 Herren / variable Dekoration
UA: März 2007, Thalia Theater Halle

Drei Paare, eine Gang: Daniel und Bella, Georg und Lisa, Jakob und Kathrin. Aber zwischen Georg und Lisa ist es aus und Bella – unglaublich! – lässt Alphamännchen Daniel sitzen, weil sie heimlich auf Georg steht. Der sie liebt. Und sich nicht traut, weil Daniel sein Freund ist. Insgeheim werden sie ein Paar, doch Georg weiß: Daniel, in seiner Ehre gekränkt, ist zu allem fähig. Georg behält Recht. Wenn das Stück einsetzt, sind fünf Schüsse gefallen in Lisas Wohnung - und Georg hat überlebt…
Das „böse Frühlingserwachen“ zeigt, was heute in den Köpfen junger Leute passieren kann. Aus einer harmlosen Jugendliebe wird mörderischer Ernst, aus Freundschaft Hass. Gewaltbereitschaft, Lebensüberdruss und Gruppendynamik münden beinahe in eine Katastrophe. Nur Bellas beherztes Mitdenken kann das Schlimmste verhindern.

Ganz nah an den jungen Zuschauern, hoch spannend und weit entfernt von jeglichen Klischees, trifft dieses junge Stück sein Publikum wie eine Revolverkugel mitten ins Herz.



Thomas B. Hoffmann heimWEH

Solo
für junge Menschen ab 12 Jahren
1 Herr / Einheitsdekoration
UA: 13. April 2008, Stadttheater Memmingen

Sommerabend im Hauptbahnhof. Pulsierendes Leben, geschäftige Menschen, Abendsonne. Doch für den fünfzehnjährigen Sebastian ist alles zu Ende: der Tag, das Geld, das Leben. Er steht auf dem Bahnsteig und wird vor den einfahrenden Zug springen. Im Bruchteil einer Sekunde zieht noch einmal sein Leben an ihm vorüber. Daheim in einer „ganz normalen“ Familie, hat er zwar ein eigenes Zimmer, Spielzeug, Urlaub - aber nicht viel zu lachen. Schläge sind an der Tagesordnung. Ihre willkürliche Gewalt rechtfertigen die Eltern mühelos vor sich selbst und Sebastian als Erziehung. Sebastian weiß nie, wie und wo ihn der nächste Schlag trifft. Soeben noch ganz normale Erwachsene mit Freunden und Kollegen, mutieren die Eltern für ihn blitzschnell zu unberechenbaren Monstern. Doch nach außen bleibt die Fassade der heilen Familie intakt. Sebastian legt sich geschickt Überlebensstrategien zurecht. Allein mit seiner Angst vor den unberechenbaren Gewaltausbrüchen, mit seinem Selbsthass und seiner Aggression, wird Sebastian dabei zum seelischen Krüppel. Schließlich läuft er weg von daheim, kehrt nach sechs Wochen nochmals zurück, schlägt in einer letzten Konfrontation den eigenen Vater nieder und geht. Ob er ihn getötet hat, weiß er nicht. Der Sprung aufs Bahngleis soll allem ein Ende setzen. Doch es kommt anders. Als das Stück aus ist, fängt Sebastian ein neues Leben an. Er weiß jetzt: Er hat sein Leben selbst in der Hand. Es kommt darauf an, was er daraus macht.

Sieger des Kinder- und Jugendtheaterwettbewerbs des Landestheaters Schwaben 2008 zum Thema „Gewalt in der Familie“: Ein Stück Jugendtheater, das aufrüttelt, aber auch Mut macht. Unaufwändig, daher ideal als mobile Produktion.



Thomas B. Hoffmann LIEBELIEBE?LIEBE!

Jugendstück
1 Dame, 2 Herren / angedeutete Dekoration
UA: 30.01.2010, Badische Landesbühne Bruchsal

Wer bin ich eigentlich? Was ist mit meinem Körper los? Ist das, was ich da spüre, die sogenannte Liebe? Und wenn ja: was tun? - Drei junge Leute reden über Pubertät, Verliebtsein, Sex und Liebe. Mal betont cool, dann unerwartet emotional, spielen sie szenisch verschiedene Situationen rund um diese Themen durch und stellen Fragen, auf die einem Schule und Eltern die Antwort schuldig bleiben. Musikalisch komponiert, leicht und spielerisch vorzutragen, entwickeln nach einem chorischen Einstieg lose aneinandergereihte, filmisch geschnittene Einzelszenen als Variationen über ein Thema einfühlsam, was in Jugendlichen vor sich geht - von Biochemie bis Traumtyp, von der „Nur-Freundschaft“ bis zum berühmten „ersten Mal“ und zum unvermeidlichen Liebeskummer. Drei Darsteller schlüpfen in verschiedene Rollen, überspringen dabei Generationen- und Geschlechtergrenzen und sorgen dadurch für einen vielfach differenzierten Blick auf das komplexe Thema. Eine Ermutigung, zu seinen Gefühlen zu stehen, auch wenn’s weh tut, ein Plädoyer für die Liebe in all ihrer Vielfalt. Ein wichtiges Stück für junge Menschen in unserer Zeit zunehmender emotionaler Verarmung. - ab 14 Jahren.



Julia Kersebaum DIE ERMITTLUNG: DISKUSSION EINES AMOKLAUFS


Jugendstück
var. Besetzung / Grunddekoration
UA frei

Nach dem Amoklauf an einer Schule verschränken sich verschiedene Stimmen chorisch ineinander, um der Frage nach dem Warum nachzugehen. Das Stück bewegt sich dabei rückwärts: vom „Danach“ über „Die Tat“ ins „Davor“. Gehört werden Hinterbliebene, unter ihnen Angehörige der Opfer und des Täters, Anwohner und Tatzeugen. Doch auch die Toten, sowohl Opfer als auch Täter, kommen zu Wort. Der Verzweiflung und Fassungslosigkeit der Überlebenden steht schockierend kühl und nüchtern die Beschreibung des Tathergangs gegenüber, die der Täter selbst liefert – bis zum Moment seines Todes. Die Schuldfrage bleibt unbeantwortet, das ist eine der Qualitäten des Stückes. Ein eindrucksvolles Oratorium, Textmaterial zu einer szenischen Fantasie oder zu einem Hörspiel. Eine überzeugende Form für ein ebenso schwieriges wie wichtiges Thema. Preisträger (3. Preis) des BDAT-Wettbewerbs 2009 „anders sein“.



Kerstin Mertenskötter DAS ZUGUNGLÜCK

Jugendstück (ab 14 Jahren)
4 Damen, 3 Herren / Einheitsdekoration
UA 12. Juni 2009, Theatergruppe Gymnasium i. d. Fildern, Beuden, 1. September 2009 TIK Theater im Keller, Bonn, Oktober 2009, Theaterprojekt, Kempten

Sie sitzen zufällig im selben Großraumabteil des ICE von Düsseldorf nach Berlin: Jochen, ein Familienvater Mitte dreißig, der geschäftlich unterwegs ist. Werner und Heidrun, ein Rentnerpaar auf dem Weg zu Tochter und Enkelin. Und schließlich Lena, San und Kollya, drei Halbwüchsige auf Klassenfahrt, mit ihrer Lehrerin Frau Mallgradt. Dann plötzlich passiert es: Nothalt auf offener Strecke, keiner weiß, warum. Die Abteiltüren lassen sich nicht mehr öffnen, das Handy ist ohne Empfang, der Nothammer ist nicht an seinem Platz. Was zuerst nur ärgerlich ist, wird unheimlich und bedrohlich. Sieben Menschen, drei Generationen sind auf engstem Raum zusammengesperrt – aufeinander angewiesen und einander ausgeliefert. Was sich im Verlauf weniger Stunden zwischen diesen Menschen abspielt, ist fesselnd, berührend, unerwartet. Und als sich zuletzt herausstellt, dass einer von ihnen durch eine Bombendrohung den Nothalt verursacht hat, kommt es zum überraschenden Showdown…
Scheinen zu Anfang noch die Konflikte zwischen den Teenagern und ihrer hoffnungslos überforderten Lehrerin im Mittelpunkt zu stehen, während die Mitreisenden misstrauische Beobachter bleiben, so führt das Miteinander-Eingesperrtsein dazu, dass keiner sich länger heraushalten kann. Die Ausnahmesituation bringt Gespräche, Begegnungen und Annäherungen hervor, die sonst nie zustande kommen würden.



Francis Monty LEO DER LOSER (Léon le Nul)

Kinderstück
Deutsch von Gerda Poschmann-Reichenau
var. Besetzung (1-8 Darst.) / variable Dekoration
UA: Montreal, 22.09.2005
DEA frei

Leo ist klein, geradezu mickrig, schicke Sachen kann ihm seine Mutter nicht kaufen. Auf dem Schulweg und im Pausenhof ist er ständig auf dem Sprung, denn Flucht ist das einzige, was hilft gegen Hohn, Spott und Schläge der anderen Kinder. Er flieht durch Hecken und hinter Garagen, doch auch in die Phantasiewelt der Bücher, ins Murmelspiel mit der hübschen Lisa und in seinen ewigen Traum davon, zu werden wie die Züge im Bahnhof: gewaltige Stahlmonster, unaufhaltsam, laut und stark. Um groß und stark zu werden, isst Leo Schrauben und trinkt Motoröl, doch vergebens. Er ist weit davon entfernt, seinem großen Bruder Lukas zu ähneln, der ein loses Mundwerk hat, respektiert wird und sich schon eigenes Geld mit dem Verkauf von Schokoriegeln verdient. Als die anderen Jungs ihn vor Lisas Augen wieder einmal bis auf die Knochen blamieren und erniedrigen, fasst Leo einen Entschluss: So wie die großen Jäger das Herz wilder Tiere essen, um deren Kraft für sich zu gewinnen, will er Lukas’ Herz verspeisen. Doch als er dem Bruder die Brust öffnet, findet er eine Überraschung vor – denn auch hinter scheinbarer Größe und Überlegenheit können sich Angst, Traurigkeit und Verlorensein verbergen… - ab 8 Jahren



Brendan Murray DIE KLEINE ZAUBERFLÖTE (The Magic Flute)

Kinderstück mit Musik
Deutsch von Maren Monnée
2 D, 3 H / variable Dekoration
UA: Mai 2009, Glyndebourne/Brighton
DEA frei

Pamina spielt gerne draußen im Wald. Das Spiel von Licht und Schatten, der Gesang der Vögel, all das gehört zu ihrer Welt. Doch als sie 12 Jahre alt wird, ändert sich alles. Aus Angst vor den Gefahren, die draußen auf ihr Kind lauern, sperrt ihre Mutter, die Königin der Nacht, Pamina ein. Außerdem hält sie den Lauf der Sonne an, so dass es nicht mehr Tag wird.
Die immerwährende Finsternis, da ist sich Papageno sicher, ist auch schuld daran, dass seine kleine Freundin, das Vögelchen Papagena, nicht mehr singt. Sie, die bei Tagesanbruch immer so herrlich gesungen hat, ist verstummt, seit er sie gefangen und in einen Käfig gesteckt hat. Zufällig trifft Papageno den armen Musiker Tamino, der unterwegs ist, um Pamina zu suchen, die ihm in seinen Träumen erschienen ist und in die er sich unsterblich verliebt hat. Tamino will Pamina befreien, und Papageno wird ihm dabei helfen. Die beiden Freunde haben einige Abenteuer und Proben zu bestehen, ehe die Königin Pamina endlich die Freiheit zurückgibt und die Sonne wieder aufgehen lässt. Doch trotz Helligkeit weigert sich Papagena weiterhin zu singen ¬ bis Papageno die Käfigtür öffnet. Erst freigelassen singt der Vogel wieder. Wen man wirklich liebt, dem muss man Freiheit geben.
Brendan Murrays Bearbeitung vereinfacht die Zauberflöte, ohne sie zu verfälschen, und erzählt mit bekannten Figuren und Melodien der Mozart-Oper eine Geschichte von Liebe und Loslassen. Diese „kleine Zauberflöte“ wirkt wie das Kondensat des Originals und fesselt Eltern wie Kinder durch Spannung, Witz, Wärme und geradezu philosophische Tiefe. – ab 6 Jahren.



Richard Nelson WHERE I COME FROM

Szenen aus dem Ausland
Deutsch von Peter Götz und Michael Steindl
7 Damen, 6 Herren / variable Dekoration
UA: 2004 London, Cottesloe Theatre am National Theatre
DEA: Mai 2007 Theater Duisburg (Jugendclub “Spieltrieb”)

Auf Klassenfahrt im Ausland, letzte Nacht, Ausnahmezustand: Eine Gruppe amerikanischer Jugendlicher in London, fern der Heimat, fern von ihren Familien und von allen Erwachsenen, beenden ein Abenteuer, das sie gemeinsam erlebt haben. Der Rückkehr nach Hause sehen sie mit gemischten Gefühlen entgegen. Eine Nacht noch, um zu feiern, zu trinken, zu streiten, Drogen zu nehmen, zu tanzen, in Beziehungen herumzuwirbeln – und zu reden. Die Themen sind weit gestreut. Natürlich geht es um das Theaterstück, das sie gerade gesehen haben, aber eben auch um Daheim, Schule, Lehrer, Eltern, Freundschaft und um Sex. Das Stück, das Jugend und Pubertät als Zeit der Heimatlosigkeit begreift, ist das Portrait einer vielschichtigen und komplexen Welt. Diese Kids, denen alle Sympathie des Autors gehört, stehen zwischen Kindsein und Erwachsenwerden, sind auf der Suche, fühlen sich fehl am Platz, fremd im eigenen Körper. Das ideale Stück für den Jugend-Theater-Club.



Thomas Paulmann KÖNIGSKINDER

Jugendstück
4 D, 6 H / var. Dekoration
UA frei

Sie sind ein modernes Romeo-und-Julia-Paar: Robert kommt aus einer zerrütteten Familie der untersten sozialen Schicht, er rappt gegen seine Einsamkeit an, seit sein Vater im Knast ist und er mit immer neuen Ersatzvätern zu kämpfen hat. Jülide wächst als „Deutschländerin“ zwischen türkischem Elternhaus und deutschen Freunden auf. So liberal ihre Eltern auch sind, Misstrauen und Ängste sind tief in ihnen verwurzelt. Als die beiden jungen Menschen ihre Liebe zueinander entdecken, ist der Konflikt vorprogrammiert, denn die Klischees, die uns die Medien vorgaukeln, verstellen den offenen Blick auf den Anderen. Das wirklich Gemeinsame, die Sehnsucht nach Glück, hat keine Chance. Autor Paulmann liefert zu den eindrucksvollen Raps, in denen Robert und seine Kumpels sich ausdrüken, die Musik gleich mit. Preisträger (2. Preis) des BDAT-Wettbewerbs 2009 „anders sein“.



Christiane Schütze MEINE TANTE AUS AMERIKA

Kinderstück
10-15 Darst. / variable Dekoration
UA frei

Karlos skurrile Tante aus Amerika ist so sparsam, dass sie ihre Briefe auf die Rückseite aufgesammelter Kassenzettel schreibt. Das ahnt er aber nicht, und seine Kollegen wissen sofort: Die Tante muss steinreich sein, da der Kassenzettel aus der teuersten Feinkostkette in den USA stammt. Als Firmenchef Schröder davon erfährt, wittert er das Geschäft seines Lebens. Er schickt Karlo sofort nach Amerika mit dem Auftrag, seiner „reichen Tante“ tausend handgerollte Klarsicht-Klebstreifen zu verkaufen.
Karlo findet die Tante auf ihrer Ranch, wo sie in aller Bescheidenheit, erfindungsreich und fröhlich von dem lebt, was andere wegwerfen. Gesellschaft leisten ihr drei träge Cowboys, die nichts tun außer Kaugummi kauen, Seifenblasen pusten, Jojo spielen und heimlich fernsehen Karlo sieht schnell ein, dass er der Tante kaum seine Kleberollen verkaufen kann und macht sich stattdessen nützlich. Als eine Talentshow in den Ort kommt und die Straßenmusikerin June dabei böse ausgebootet wird, starten Karlo und seine Tante einen Rachefeldzug gegen Bonzen und Betrug. Nach zahlreichen Tricks, Verwirrungen und flexiblen Abänderungen des ursprünglichen Planes gelingt das Unmögliche: June landet im Finale, wird Super-Hero und bekommt einen Plattenvertrag, Karlo kehrt mit dem Riesenauftrag heim und wird Chef der Fabrik. – ab 10 Jahren.



Wanja Wiese VERSUCHSKANINCHEN

Jugendstück
2 Damen, 3 Herren / Simultandekoration
UA frei

Marion und Dennis sind ein Paar, Jan und Boris beste Freunde. Alle besuchen dasselbe Internat, sind dort Mitglied im Tischtennisteam, in der Schach- oder Informatikmannschaft. Den Tagesablauf unterbrechen regelmäßig Gesundheitschecks, denn das Internat gehört einem Pharmakonzern, dem die jungen Menschen als Versuchskaninchen dienen. Man verabreicht ihnen Medikamente oder verpflichtet sie zu rauchen, um dann ihre Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit zu testen. Nun sind sie achtzehn und haben beim institutsinternen Planspiel die einmalige Chance, zum Versuchsleiter aufzusteigen. Wer im Spiel als Pharmafunktionär die besten Entscheidungen trifft, hat einen der begehrten Ausbildungsplätze bei „Pharma Research“ sicher. Wer versagt, kommt in die Risikogruppe. In der Simulation des Planspiels entwickeln die jungen Menschen erschreckend menschenverachtende Strategien. Doch auch in der Realität der Gruppe kämpft plötzlich jeder gegen jeden…



Und außerdem:

Karin Serres BÄREN/LOUISE erfolgreich im Mai 2008 am Théâtre des la Tête Noire im französischen Saran uraufgeführt und anschließend in Paris im Théâtre de l’Est übernommen. Im Sommer 2009 wird es am Le Grand Théâtre in Nantes zu sehen sein.


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