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Poetisch, witzig mit überbordender Fantasie
OMA WATT AUF PAPUA
von Joël Jouanneau
und Marie-Claire Le Pavec
DEA 6. Mai 2010, Thalia Theater, Halle
UA 1991 am Théâtre des Treize Vents (CDN Languedoc-Roussillou).
Vielfach in Frankreich nachgespielt und steht auf der Empfehlungsliste des französischen Kulturministeriums.
Und das sagt die Presse:
»So radikal das Ende zunächst auch sein mag, so weiß Oma Watt doch noch um ein letztes Geheimnis, über das Leben hinaus. Jouanneaus Dialoge und Nebentexte bewahren sich auch hier noch einen humorvollen Grundton, der viele Szenen zum Funkeln bringt. Vor allem da, wo das Stück mit (medialen) Klischees von Fremdheit spielt, wo das Theater im Theater mit Wahrnehmungsmustern bricht und wo der Phantasie eine Kraft zugesprochen wird, die
Selbstvertrauen schaff«.
(Barbara Engelhardt, Theater der Zeit: Scène 10, 2007)
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Die Geschichte
Auf der winzigen Insel Blublub im Pazifik lebt nur noch ein einziger schwarzhäutiger, hünenhafter Ureinwohner: Kaduma, der letzte seines Stammes. Auf unerklärliche Weise ist die weiße Liliputanerin Oma Watt mit Zelt, Labor und Jeep auf der Insel gelandet. Sie sucht nach dem höchst seltenen Schmetterlingsweibchen Virginia, und Kaduma hilft ihr dabei. Wenn man sich nur fest genug auf seinen Wunsch konzentriert, kann man alles erreichen - so Oma Watts Credo.
Als Kaduma dahinter kommt, dass sie in Wahrheit nicht Naturforscherin sondern Fotografin ist und sich die Reise nach Blublub dadurch erschwindelt hat, dass sie vorgab, eine Reportage über Ureinwohner zu machen, ist er zunächst schockiert. Doch dann täuschen sie gemeinsam Oma Watts europäische Auftraggeber, um den Fortgang der Expedition zu sichern: Mit wachsendem Spaß inszenieren sie Fotos von den einheimischen "Wilden", die man in Paris erwartet. Kaduma verkleidet sich dazu als Klischee-"Neger" mit Maske, Knochen in der Nase und Speer oder als Kakao-Werbe-Mohr. Die Täuschung gelingt, und neu ausgestattet gehen der schwarze Hüne und die weiße Alte weiter auf Jagd nach dem einzigartigen Schmetterling, die einer Gralssuche gleicht.
Zuletzt stirbt Oma Watt in den Armen Kadumas, der jetzt weiß: Er kann alles, wenn er nur will. Poetisch, witzig und mit überbordender Fantasie spielt diese absurde Robinsonade für Groß und Klein das Gegen- und Miteinander extremer Gegensätze durch. Getragen von Lebensweisheit und leisem Humor, in freundschaftlich-spielerischem Ton, ermutigt dieses Insel-Spiel mit Klischees und Vorurteilen dazu, die Unterschiede zu Stärken zu machen, und ermuntert bei der Suche nach dem Verbindendem hinter dem, was trennt.
OMA WATT AUF PAPUA
(Mamie Ouate en Papoâsie. Comédie insulaire)
Eine Inselkomödie
von Joël Jouanneau und Marie-Claire Le Pavec
Deutsch von Heinz Schwarzinger
1 D, 1 H / Einheitsdekoration
- ab 6 Jahren -
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