THEMEN UND GENRES

 

 

 

AutorenportraitRichardBean c greg funnell

 

RICHARD BEAN

 

 

Henry Miller und Richard Bean haben eines gemeinsam:

 

„Wie er, war ich immer ein Rebell gegen jede Orthodoxie.

Für mich liegt darin die Wurzel des Faschismus“

 

 

Philipp Fisher traf den englischen Dramatiker am Anfang seiner Karriere

 

Ein Interview

 

Nach einer 20-jährigen Karriere in der Industrie, begann Richard Bean relativ spät mit dem Schreiben von Theaterstücken. Vermutlich wirkt es daher so, als ob er versucht verlorene Zeit nachzuholen. In den letzten vier Jahren hat er sechs Theaterstücke und eine Handvoll Radiohörspiele geschrieben.

 

Mittlerweile beginnt man ihn nicht mehr nur als sehr eifrigen, sondern auch sehr guten Dramatiker wahrzunehmen. Die Presse beschrieb ihn kürzlich als einen "heißen neuen Dramatiker". Warum er derzeit so gefragt ist, ist vor allem damit zu begründen, dass seine Stücke innerhalb der letzten 12 Monate in den drei wahrscheinlich besten Theatern Londons für neue Stücke aufgeführt wurden. Es gibt nur wenige Autoren, die vom National Theatre, dem Royal Court und dem Bush beauftragt wurden. Dass er in diesem kurzen Zeitraum schon für alle drei Bühnen gearbeitet hat, zeigt, dass Bean es wirklich geschafft hat.

 

Die Biographie Beans ist nicht die eines gewöhnlichen Dramatikers. Er wuchs in Hull auf (als er dieses Wort sagt, manövriert sich der Akzent gleich mehrere hundert Meilen nördlich) und ging, wie fast alle seine universitär ausgebildeten Charaktere, zum Studium nach Loughborough. Dort studierte er Psychologie, welches ihm im Anschluss eine sechs jährige Tätigkeit als Personalreferent und weitere zehn Jahre als eigenständiger Berufspsychologe bescherte, in denen er NGOs beriet (Nichtregierungsorganisationen).

 

Mit einem bemerkenswert mutigen Schritt traf er die Entscheidung seine Karriere aufzugeben und Vollzeit-Dramatiker zu werden. Damit dürfte er den Neid der Generation von 40-Jährigen ernten, die zu ängstlich sind, um ebenfalls nochmals einen ähnlichen Sprung ins Ungewisse zu wagen.

 

Schon während seiner ersten beruflichen Laufbahn war Bean nicht ganz konventionell. Er führte ein zweites Leben als Stand-Up-Komiker. Wie er bereitwillig zugibt, wusste er, dass er – obwohl er sehr gut darin war, ein Comedy Programm von 20 bis 30 Minuten in einem Londoner Pub zu geben – nie gut genug fürs Fernsehen sein würde. Die, die seine Stücke sehen, werden dennoch seine Fähigkeit erkennen, extrem lustige Witze schreiben zu können.

 

Erstaunlicherweise war die Veränderung seines Lebens, zumindest teilweise, die Folge seiner Lektüre von Henry Millers Romanen. "Er war auch ein Personalreferent und ich dachte, ich möchte so wie er entfliehen. Wie er, war ich immer ein Rebell gegen jede Orthodoxie. Für mich liegt darin die Wurzel des Faschismus".

 

Sein erstes Stück Toast wurde auf der Studiobühne Upstairs vom Royal Court inszeniert. Inspiriert wurde es von seiner einjährigen Arbeit in einer Bäckerei während der Studienzeit. Nach dieser Produktion hatte er das Glück eine Pearson Residency als Hausautor am National Theatre Studio zu erhalten.

 

Im Anschluss an Mr. England am RNT Studio, wurde er wieder eingeladen um The Mentalists zu schreiben, das im Lyttelton Loft während der Theaters Transformations Season‘ im Jahr 2002 produziert wurde. Der Autor beschreibt The Mentalists als "massiv falsch verstandenes Stück - Ich sehe es in einer Dialektik zwischen Permissivität und Autoritarismus". Es ist immer noch in Großbritannien auf Tour und wird im neuen Jahr Off-Broadway aufgeführt. Derzeit besteht auch die Chance, dass es nach London zurückkehrt, da es sehr kommerziell ist und leicht mit Stars besetzt werden könnte.

 

2003 war ein sehr gutes Jahr für Bean, mit der Produktion seines Stücks Under the Whaleback über die Trawlerfischer von Hull am Royal Court und der jüngsten Produktion von The God Botherers am Bush. Darüber hinaus feierte ein drittes Stück, das den herrlichen Namen Smack Family Robinson trägt, seine Premiere am Live Theater in Newcastle.

Das kommende Jahr sieht schon sehr vielversprechend aus, da ein weiteres neues Stück, Honeymoon Suite, produziert von Stephen Unwins‘ English Touring Theatre, einen wichtigen Karriereschub Beans bedeutet, da Bean seine erste Premiere auf einer großen Bühne feiern kann, der Hauptbühne vom Royal Court.

 

Bisher hat Richard Bean keines seiner Stücke für Film und Fernsehen adaptiert. Auf die Frage, ob er den Sprung machen würde, ist seine Antwort ein eindeutiges "Nein, Sie werden nie produziert. Sie enden in der Entwicklungshölle. Ich kann mich nicht damit plagen, die ganze Arbeit zu tun. Autobiographie und Recherche zu vermischen ist das Geld nicht wert und das ist alles, was das Fernsehen wäre".

Er ist der tiefen Überzeugung, dass das Fernsehen zurzeit keine echte Chance bietet Kunst zu produzieren, noch dass man sich dort traut Risiken einzugehen. Er hat sich mit der BBC getroffen, um über eine Produktion von Smack Family Robinson zu diskutieren, aber es war schnell klar, dass ein Stück über eine sympathisch dargestellt Familie von Drogenhändlern in Whitley Bay nicht das ist, was sie derzeit suchen.

 

Bean reagiert ziemlich abwehrend, wenn man auf das Stück und die dazugehörigen Reaktionen kommt. "Ich bin nicht unmoralisch, es gibt immer einen ernsten Aspekt in meinen Schwarzen Komödien. In Smack Familiy Robinson ist die Botschaft: `legalisiert Drogen und verbessert die Welt`. Vielleicht ist meine eigentliche Botschaft, dass Boots Heroin verkaufen sollte", sagt er mit einem Lachen.

 

Er freut sich über die Rezeption zu The God Botherers, das ausnahmslos gute Besprechungen durch die Top-Kritiker fast aller nationalen Zeitungen erhalten hat. Besonders glücklich ist er auch darüber mit David Oyelowo zu arbeiten, der den Montag spielt. Dabei könnte es kaum einen größeren Gegensatz zu Oyelowos letzter großer Rolle als Heinrich VI für die RSC geben.

Eines der zentralen Themen des Stückes ist Säkularismus, und trotz seines starken christlichen Glaubens, ist Oyelowo über seine Rolle als unreligiöser Mensch glücklich. Er ist auch der Grund warum Bean dieses Vorsprechen, als das Lustigste beschreibt, an dem er je teilgenommen hat. "David sprach den Akzent des Missionars zunächst in recht gemäßigter Tonlage. Ich bat ihn, es lauter zu auszusprechen und er bot an, seine Mutter nachzuahmen, wie diese mit seiner Schwester spricht". Das Ergebnis kann nun am Bush gesehen werden.

Bemerkenswert ist, dass Bean, obwohl er in Afrika war, nie dort gearbeitet hat. Er hat allerdings viele Freunde, die für nichtstaatliche Organisationen in Afrika arbeiten und denen er seine verhärmten und blasierten Charaktere zu einem bestimmten Umfang nachempfunden hat.

Schließlich gibt The God Botherers den liberal-sozialistischen Wunsch des Autors wieder, gegen die Form der Orthodoxie zu kämpfen, die die Wahrheit tötet. Er verwendet die Schwarze Komödie in besonderer Weise und bezieht sich dabei auf die Arbeit Joe Ortons. "Orton sagte ernste Dinge über die Gesellschaft und verwendet dafür die Komödie. Ich will Tragödien mit Komik erzählen. Under the Whaleback ist das Stück mit dem ich diesem Ziel bisher am Nächsten gekommen bin. Die Geschichte vom tragischen Tod von zwanzig Männern und dem Verlust einer Gemeinschaft, doch stets verbunden durch einen komödiantischen Strang.

 

In der Nacht vor diesem Interview nahm sich Bean eine Auszeit von seinem eigenen Stück, um Patrick Marbers‘ Stück After Miss Julie zu sehen und war von diesem überwältigt. "Es ist wirklich sehr stark und, ungewöhnlich für ihn, hat es Michael Grandage ruhig inszeniert. Durchaus überzeugend".

Die Zukunft sieht bereits rosig aus. Honeymoon Suite wird eine neue Richtung weisen. Es ist ein Stück über Liebe, angesiedelt in einem Bridlington-Hotel und leicht von Caryl Churchill beeinflusst. Wie Under the Whaleback ist es ein Dreiakter. Eine Form die Bean besonders mag, da es der Handlung Zeit lässt sich zu entwickeln.

Es ist wirklich recht lustig im Umgang mit politischen Botschaften und wenn ein Dramatiker sagen kann: "Ich sitze in den Proben und weine vor Lachen“, sollte es auf der To-Do Liste jedes Theatergängers stehen. Aufgrund der Stärke von Richard Beans‘ früheren Dramen, sollte überhaupt jedes neue Werk dieses sympathischen Mannes auf einer solchen Liste stehen.

 

Das Interview wurde in 2003 geführt.

 

 

 

„Schrille Kultur-Clash-Studie zu Themen der Zeit“

 

DIE GOTTESBELÄSTIGUNGGodbotherers0561web

(The God Botherers)

 

von

RICHARD BEAN

 

Deutsch vom Alex C. Mangold

3 D, 2 H / eine Dek.

UA November 2003 Bush Theatre, London

DSE 30.10.2009 Kosmos Theater, A-Bregenz

 

Obwohl das Stück bereits 2003 in London uraufgeführt und 2009 am Kosmos Theater in Bregenz erstaufgeführt wurde (Regie Stephan Kasimir) ist dieses Stück heutzutage aktueller denn je. Themen unserer Zeit: Islamismus-Debatte. Die Kulturen-Clash-Studie um eine blutjunge Globalisierungsgegnerin, die beim Entwicklungshilfe-Einsatz im Schwellenland schonungslos mit der Realität konfrontiert wird, ist ein ungewohnt zündender Beitrag zur Islamdebatte. Gewagt respektlos, witzig, brandaktuell und hoch explosiv.

 

….und das sagte die Presse:

 

„Wärmstens empfohlen als Abend provokativ unbändigen Spaßes“ (The Stage)

 

„Ein brutal witziges, brandaktuelles Stück - 4 Sterne“ (The Guardian)

 

 

 

 

„Goldonis „Diener zweier Herren“ reloaded in die 60-iger“

 

EIN MANN, ZWEI CHEFSTwoGuvnors2

(One Man Two Guvnors)

 

Komödie von

RICHARD BEAN

 

Nach Goldonis „Il servitore di due padroni"

 

Deutsch von Peter und John von Düffel

3 D / 6 H / Stat./ variable Dekoration

 

UA Juni 2011 am Lyttelton, National Theatre, London

DSE 02.11.2013 Theater Münster

Nachspielproduktion: Pr. 03.10.2014 Stadttheater Ingolstadt; 05.01.2015 Voralpentheater, CH-Luzern

 

Als der für sie vorgesehene Bräutigam Roscoe Crabbe umgebracht wird, kaum dass er aus dem Knast ist, verlobt Charlie Clench seine Tochter Pauline einfach mit Alan, dem Sohn seines Freundes und Rechtsanwalts Dangle. So muss er die Feier nicht absagen. Pauline ist's zufrieden, denn sie liebt den romantischen Möchtegernschauspieler Alan, während die Hochzeit mit dem schwulen Roscoe eine reine Geldheirat gewesen wäre. Die Party ist gerade in vollem Gang, als unerwartet der totgeglaubte Roscoe auftaucht - in Wahrheit ist es Rachel, die verkleidete Zwillingsschwester des Toten. Während die Beteiligten an der Hauptintrige um Geld, Versprechungen und Ehre kämpfen, macht Roscoes Leibwächter, der stets hungrige kleine Gauner Francis, Buchhalterin Dolly schöne Augen und lässt sich heimlich von einem zweiten Chef engagieren. Es ist Rachels Freund, zugleich Mörder ihres Bruders, der inkognito unterwegs ist. Das doppelte Engagement bringt Francis bald in arge Bedrängnis und verlangt ihm höchste Konzentration, irrsinnige Verrenkungen und immer neue Ausreden ab...

Indem er ihn im halbseidenen Milieu im Brighton der 60er Jahre ansiedelt, erfindet Richard Bean Goldonis »Servitore di due padroni« auf geniale Weise neu: spritzig, frech und quicklebendig. Die zentrale Szene, in welcher der Held seinen beiden Herren gleichzeitig das Essen aufträgt, gerät Bean durch die Hinzuerfindung eines 80jährigen Obers glatt noch witziger als das Original. Dank einer erstklassigen Übersetzung besticht auch die deutsche Version durch schnodderigen Vorstadt- Slang und genau gesetzte Soziolekte. Eine echte Meisterleistung voller Slapstick, Wortwitz und temporeicher Schlagabtäusche.

 

...und das sagte die Presse zur Londoner UA:

 

»Die wilde Farce kombiniert die Struktur des Originals mit typisch anglosächsischem Sprachwitz und physischer Komik. Das Ergebnis ist eine der witzigsten Produktionen in der Geschichte des National.« (The Guardian)

 

»Richard Beans inspirierte und umwerfend komische Adaption ist der Hit dieses Sommers. Unwiderstehlich.« (The Telegraph)

 

»James Corden feiert ein triumphales Comeback als Komiker am »National« in One Man, Two Guvnors, einem wahnsinnig albernen und teuflisch mit Witzen gespickten Stück bester Unterhaltung (...) Ein Mann, zwei Chefs, ein Volltreffer.« (The Independent)

 

Bean EIN MANN 1478 

… und das sagte die Presse zur DSE in Münster:

 

Umjubelte Komödie am Theater Münster: Drei Stunden Lach-Rekord mit "Ein Mann, zwei Chefs" Der zweite Volltreffer in acht Tagen: Nach dem hinreißenden Tanztheater „Der schwarze Garten“ hat nun auch Münsters Schauspiel mit der Komödie „Ein Mann, zwei Chefs“ einen riesigen Weihnachtszeit-Knüller gelandet. Bei der Premiere am Samstag im Großen Haus steigerte sich das Publikum vor der Pause in einen Lach-Rausch, wie ihn der ehrwürdige Saal selten erlebt hat. (Münsterland Zeitung, 3.11.2013)

 

 

 

 

„Richard Bean: Verwandlungskünstler von Zeit und Raum“

 

HONEYMOON SUITEHoneymoonsuite3

 

Stück von

RICHARD BEAN

 

Deutsch von Gerda Poschmann-Reichenau und Reinhold Weiser

3 D, 3 H / Einheitsdek.

UA 08.01.2004 Royal Court, London

DSE frei

 

Die Honeymoon-Suite mit Blick aufs Meer hat Irenes Vater seiner Tochter und ihrem Mann Eddie für die Hochzeitsnacht gemietet. Hier treffen die bangen Träume der Frischvermählten in einem Zeitclash auf das gleiche Ehepaar, das 25 Jahre später Silberhochzeit feiert und sich weitere 24 Jahre später nach langer Trennung wieder begegnet. Was wäre passiert, wenn Romeo und Julia nicht gestorben wären...? anschließend

Die ungewöhnliche Dramaturgie verwebt Gegenwart mit Vergangenheiten. So sieht man, wie die Zeit Menschen, ihre Beziehungen und die gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür verändert. Sechs Darsteller spielen ein Paar, Er und Sie begegnen einander auf unterschiedlichen Stufen ihres Lebens. Und obwohl Interaktion und Dialog, ja selbst gegenseitige Wahrnehmung, streng auf den Partner aus der jeweiligen Zeitzone beschränkt bleiben, verändern Gegenwart, Blick und Nähe des jüngeren oder älteren Ego subtil das Gewicht jeder Äußerung und Geste. Als der gealterte, desillusionierte Eddie sich zuletzt das Leben nimmt, steckt er mit der Suite auch das Bett in Brand, in dem die frisch Vermählten soeben verschwunden sind... Geschrieben für das Royal Court Theatre London.

 

…und das sagte die Presse:

 

»Reichlich witzig, tieftraurig und von Ayckbourn’scher Genialität in der Dramaturgie« (Daily Telegraph)

 

»Ein perfektes Stück... Eine der atemberaubendsten Produktionen derzeit in England« (Financial Times)

 

 

 

 

"Ich bin Wissenschaftlerin, als solche "glaube" ich nicht einfach an irgendetwas"

 

KETZER KETZER Oldenburg Bild 1web

(The Heretic)

 

Stück von

RICHARD BEAN

 

Deutsch von Alex C. Mangold

3 D, 3 H / variable Dek.

UA Februar 2011 Royal Court, London

DSE 17.09.2011 Staatstheater Oldenburg

 

Geologin Diane Cassell erhält Drohungen von der radikalen Umweltschutzorganisation »Sacred Earth Militia«, und auch ihr Vorgesetzter und Exfreund Kevin will sie daran hindern, ihre ketzerischen Ergebnisse zu veröffentlichen: Der Meeresspiegel auf den Malediven ist nämlich seit Jahren stabil. Gegen Umweltaktionismus und Wirtschaftsinteressen führt Diane einen einsamen Kampf für ideologiefreie Forschung.

Die schwarze Komödie, welche die Klimaproblematik furchtlos und politisch völlig unkorrekt gegen den Strich bürstet und unerwartet argumentiert, hebt Denkverbote auf und bringt scheinbar gesicherte Erkenntnisse ins Wanken. Das tut sie aber nicht etwa, um den Klimawandel zu leugnen, sondern um den Charakter der selbsternannten Umweltritter zu testen und sie als Menschen mit Schwächen und Fehlern zu zeigen. Der nur angeblich auf Objektivität zielende Wissenschaftsbetrieb wird dabei als interessengesteuertes, schmutziges Geschäft entlarvt.

 

…und das sagte die Presse zur Londoner UA:

 

„Provokant, witzig, kontrovers und anregend (…) "Bean versteht sich auf die Gefahren unkonventionellen Denkens, auf die Absurdität akademischer Bürokratie und auf die Probleme, die es mit sich bringt, wenn man den Klimawechsel als Ersatzreligion behandelt." (The Guardian)

 

….und das sagt die Presse zur DSE in Oldenburg:

 

»Eine herrlich zynische, tiefschwarze britische Komödie. (...) Richard Beans »Ketzer« lebt von Klarheit und Frechheit (...) Der Cocktail zur allgemeinen Verunsicherung ist gut gemixt. Man schluckt ihn gern.« (NWZ)

 

»Die Komödie brilliert mit trockenem Humor und aufrüttelnden Einsichten. Ein Plädoyer fürs Hinterfragen und für etwas mehr Skepsis, mit großem Unterhaltungswert. Solide von Isabel Osthues inszeniert, engagiert gespielt. Viel Applaus!« (BILD)

 

Produktion Oldenburgisches Staatstheater  Foto © Hans Jörg Michel

 

 

 

 

"Vom Glaubenskampf zum Terrorismus"

 

BIG BOSS BIG BOSS Dublin Web

(The Big Fellah)

 

Stück von

RICHARD BEAN

 

Deutsch von Alex C. Mangold und Regina Hellmich

2 D, 4 H / Einheitsdek.

UA  24.09.2010 am Lyric Hammersmith, London

DSE frei

 

David Costello ist »Big Boss« der Iren, die von Amerika aus die IRA unterstützen. Er rekrutiert 1972 den jungen Feuerwehrmann Michael für die Bewegung, die im Lauf der Jahrzehnte vom Unabhängigkeitskampf zu Terror und Geschäft verkommt. Doch wer einmal »Soldat« ist, ganz gleich ob Idealist oder kalter Killer, für den gibt es kein Zurück. 2001 stellt sich die Frage nach der Legitimation von Terror neu.

Die Wohnung des Feuerwehmannes wird in den drei Jahrzehnten, die in Zeitsprüngen aufscheinen, Schauplatz heftiger Diskussionen, gemeinsamer Besäufnisse, strategischer Überlegungen, intimer Zärtlichkeiten und erbarmungsloser Gewalt. Über allem steht »Big Boss« David Costello, der bei aller Brutalität und Kompromisslosigkeit die Mitglieder seiner Zelle doch wie eigene Kinder betrachtet und behandelt. Als er sich 1999 zurückzieht, nimmt er das zum Anlass für ein bitteres Resümee und enthüllt ein schockierendes Geheiminis. Bean findet für das hoch politische Thema seinen ganz eigenen Stil: In locker-witzigem Parlando werden todernste Dinge verhandelt, als suggerierten die Männer sich selbst, man spiele nur ein Spiel. Wenn dann das blanke Entsetzen für Momente aufblitzt, trifft er den Zuschauer mitten ins Herz. Ein großartiges Stück Theater – die britischen Kritiker scheuten nicht den Vergleich mit McDonagh, Pinter und O’Casey.

 

…und das sagte die Presse:

 

»Wahnsinnig komisch… Ein Stück auf der Kippe zwischen Lachen und Schrecken« (Daily Telegraph)

 

»Fesselnd… Ein scharfes Porträt davon, was es heißt, seine Seele zu verkaufen.« (Metro)

 

 

 

 

„Eine schwarze Komödie, die einer untergegangenen Gemeinschaft die Ehre erweist“

 

UNTER DECK

(Under the Whaleback)

 

von

RICHARD BEAN

 

Stück in drei Akten

Deutsch von Alex C. Mangold und Regina Hellmich

6 H, 1 K / 1 Dek.

UA 2003  Royal Court Theatre, Upstairs, London

DSE frei

 

1965 erfährt der junge Seemann Darrell an Bord der »Jet Kingston« in Hull schockierende Details über seine Herkunft. 1972 peitscht ihn ein heftiger Sturm mit fatalen Folgen vor der isländischen Küste auf einem Fischerboot übers Meer. 2002, Darrell ist jetzt selbst Vater und Kurator eines Museumsschiffes, erscheint dort unerwartet ein geheimnisvoller Fremder, der wütende Anschuldigungen vorbringt und ein gefährliches Spiel spielt. Drei atemberaubend miteinander verschlungene Momentaufnahmen schildern das Leben auf See mit maritimer Theatralik und hemmungslos düsterem Humor.

 

…und das sagte die Presse:

 

„Außergewöhnlich witzig – stellenweise schockierend“ (British Theatre Guide)

 

 

 

 

„Stück über Autoritarismus und Liberalismus“

 

UTOPIATHE MENTALISTS London web.pdf

(The Mentalists)

 

Komödie von

RICHARD BEAN

 

Deutsch von Alex C. Mangold und Regina Hellmich 

2 H / 1 Dek.

UA 2002 National Theatre, London

DSE frei

 

Zwei Männer sind in einem kargen Hotelzimmer im Finsbury Park verschanzt. Ted, mittlerer Angestellter eines Industriereinigungsunternehmens ist ein zorniger Prophet, der die Welt revolutionieren will. Von den Theorien des amerikanische Psychologen BF Skinner beeinflusst, will er eine Gemeinschaft von tausend Menschen auf der Basis "Sauberkeit, gutes Benehmen und Schlafen mit der eigenen Frau" schaffen, wie er sagt. Sein auserwählter Komplize ist Morrie, sein bester Freund, ein phantasierender Friseur und Teilzeit-Kameramann, spezialisiert auf Softpornos, dessen Aufgabe es ist, Teds utopische Vision mit seiner Videokamera zu filmen, um sie weltweit verbreiten zu können.

Aber Morrie beginnt zu ahnen, dass Ted in Schwierigkeiten ist, als sich unbezahlte Rechnungen und kryptische Telefonate häufen. Gezwungen, mit der dunkleren Seite ihrer einzigartigen Beziehung konfrontiert zu werden, entwickeln sich die Dinge während sich der Druck in einer urkomischen und berührenden Geschichte von Freundschaft und utopischen schief gegangen Visionen steigert. Und als sich die Welt über diesem Hotelzimmer schließt, gibt es in dieser lustigen und rührenden Komödie nur einen Ausweg.

Hochklassige Rollen für zwei Comedians. Dabei geht es um weit mehr als nur um Blödelei. Vor allem lebt das Stück von der Gegensätzlichkeit seiner Charaktere. Richard Bean spricht selbst in einem Interview von einer Auseinandersetzung zwischen Autoritarismus (Ted) und Liberalismus (Morrie).

 

….und das sagte die Presse zur Produktion am Wyndham’s Theatre in London:

 

„Überbordend mit virtuos geschriebenen Gags“ (Metro)

 

„Sehr komisch“ (Time Out)

 

„Voller dunklem Witz und Zartheit“ (The Times)

 

 

 

 

„Eine respektlose Politsatire zur aktuellen Europa-Politik“

 

WUNDER BARES EUROPAIN THE CLUB 3

(In the Club)

 

Farce von

RICHARD BEAN

 

Deutsch von Alex C. Mangold

4 D, 4 H, Stat. / Einheitsdekoration

UA 2007 Hampstead Theatre, London.

DSE Landestheater Schwaben, Memmingen, Spielzeit 2017/18

 

Der ehrgeizige Philip Wardrobe ist Mitglied des Europäischen Parlaments in Straßburg und führt dort, fernab von seinem Wahlkreis, ein äußerst wichtig scheinendes, angenehm luxuriöses Leben auf Kosten des euröpäischen Steuerzahlers und diverser Lobbyisten. Heute allerdings kann er sich vor Herausforderungen kaum retten, sein Kalender ist gespickt voll mit Terminen. Die Türkei in die EU zu schwindeln, eine hartnäckige Feministin abzuwimmeln und Parlamentspräsident zu werden sind dabei nur seine abenteuerlichsten Tagesordnungspunkte. Dazu kommt, dass seine Lebensgefährtin, eine eifersüchtige Menschenrechtsaktivistin, ihre fruchtbaren Tage hat, weshalb er sie prompt einfliegen lässt, um endlich auch mit der Familienplanung voranzukommen. Als dann auch noch ein Schweinezüchter aus Yorkshire, ein Koffer voller Geld und ein Kontrolleur der Anti- Betrugs-Behörde OLAF dazukommen, ist es mit dem ruhigen Leben in seiner teuren Hotelsuite endgültig vorbei und nur Philips umwerfende russische Assistentin Sasha, deren Visum allerdings leider abgelaufen ist, behält noch den Überblick...

In aberwitziger Manier entfaltet sich eine Politsatire voll schwarzen Humors, die politisch völlig unkorrekte Fragen aufwirft. Wie wird man Parlamentspräsident? Wohin mit einer Feministin, die man eigentlich nicht will? Wie versteckt man einen Koffer voller Geld? Welche Hausmittel sorgen garantiert für Nachwuchs? Richard Beans gewohnt tiefschwarzer Humor wirft einen Blick hinter die europäische Kulisse, der manchem sauer aufstoßen wird. Wie immer respektlos und hoch explosiv gelingt ihm dabei ein brisantes aber urkomisches und spannendes Stück zur aktuellen Europapolitik. Die politische Farce erlebt derzeit eine Renaissance. WUNDER BARES EUROPA ist wahrscheinlich die beste.

 

...und das sagte die Presse:

 

»Gibt es eine bessere Kulisse für eine Farce als das Europäische Parlament? Richard Beans neues Stück führt überzeugend den Beweis für die Annahme, dass nicht. Es sollte Fans der Farce und Europaskeptiker gleichermaßen begeistern... Bean nutzt die Mechanismen der Farce mit einfach atemberaubendem Geschick. Jedes erdenkliche Mittel, vom frenetischen Türenknallen über kompromittierende Situationen mit Sexspielzeug bis hin zu Verwechslungen, wird zu komischen Effekten entfaltet.« (Andrew Haydon)

 

 

 

 

 

 

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